ZPS Tool · Fallzahlplanung & Power

Fallzahlrechner: Power-Analyse
online berechnen.

Wie viele Probanden, Patienten oder Fälle brauchen Sie, damit Ihr Test einen realen Effekt zuverlässig erkennt? Berechnen Sie die erforderliche Stichprobengröße für t-Test, Korrelation, Chi-Quadrat und ANOVA – inkl. fertigem Textbaustein für Ihren Ethikantrag.

Zum Rechner Kostenlos · Kein Login · G*Power-kompatibel
Schritt 1 — Testart wählen
Schritt 2 — Parameter einstellen
Effektgröße (Cohens d)
Cohens d: Klein = 0,2 · Mittel = 0,5 · Groß = 0,8 (nach Cohen, 1988). Leiten Sie den Wert aus der Fachliteratur oder einer Pilotstudie ab.
Signifikanzniveau α
Power (1 − β)
Testrichtung
%
Empfohlen: 10–20 % klinisch, 5–10 % online
n pro Gruppe
64
je Gruppe
n gesamt (netto)
128
ohne Dropout
n gesamt + Dropout
143
mit 10 % Zuschlag
Textbaustein für Ethikantrag / Methodenteil
Anderes Tool benötigt?

Du willst nur die repräsentative Stichprobengröße für eine allgemeine Umfrage oder Marktstudie ohne Hypothesentest ermitteln? → Stichprobenrechner auf prostatistik.de

Wie wird die Fallzahl berechnet?

Die Power-Analyse verknüpft vier Parameter: Effektgröße, Stichprobengröße, Signifikanzniveau α und Power 1 − β. Sind drei davon bekannt, folgt der vierte rechnerisch. Für die Studienplanung wird die benötigte Stichprobengröße n berechnet, indem Effektgröße, α und Ziel-Power vorgegeben werden.

Der Rechner verwendet Normalapproximationen der exakten Testverteilungen. Für t-Tests und Korrelationen ist die Übereinstimmung mit G*Power sehr hoch (typische Abweichung unter 2 Fällen). Für die ANOVA mit mehr als 3 Gruppen sind größere Abweichungen möglich – verwenden Sie für die Publikation die G*Power-Verifikation und geben Sie die Softwareversion an.

t-Test für unabhängige Gruppen

Standardmäßiger Vergleich zweier unabhängiger Gruppen, z. B. Interventions- vs. Kontrollgruppe. Effektgröße ist Cohens d = (μ₁ − μ₂) / σ. Die Formel lautet: n_pro_Gruppe = 2 × ((z_α/2 + z_β) / d)².

t-Test (gepaart / Messwiederholung)

Vorher-Nachher-Vergleich oder verbundene Messungen. Das geparte Design erhöht die Power erheblich, weil individuelle Unterschiede herausgepartialisiert werden. Effektgröße bleibt Cohens d, bezogen auf die Differenz der Paare. Formel: n = ((z_α/2 + z_β) / d)².

Pearson-Korrelation

Prüfung eines linearen Zusammenhangs. Effektgröße ist der Pearson-Korrelationskoeffizient r (klein: 0,10; mittel: 0,30; groß: 0,50). Die Berechnung verwendet Fishers z-Transformation: z_r = 0,5 × ln((1+r)/(1−r)), n = ((z_α/2 + z_β) / z_r)² + 3.

Chi-Quadrat-Test

Prüfung auf Unabhängigkeit oder Anpassung in Kontingenztabellen. Effektgröße ist Cohens w (klein: 0,10; mittel: 0,30; groß: 0,50). Formel: n = (z_α/2 + z_β)² / w².

ANOVA (einfaktoriell)

Vergleich von k ≥ 3 Gruppen. Effektgröße ist Cohens f (klein: 0,10; mittel: 0,25; groß: 0,40). Formel: n_pro_Gruppe ≈ (z_α/2 + z_β)² / (k × f²). Bei mehr als 3 Gruppen weicht die Approximation stärker von G*Power ab; verifikation ist empfohlen.

Die Effektgröße richtig bestimmen

Die Effektgröße ist der kritische und am häufigsten unterschätzte Eingabeparameter. Sie sollte nicht aus dem Bauchgefühl geschätzt, sondern systematisch hergeleitet werden – idealerweise aus Metaanalysen des eigenen Fachgebiets, da diese über viele Primärstudien hinweg robustere Schätzungen liefern. Ohne belegbare Quellenangabe wird eine Poweranalyse von Ethikkommissionen und Gutachtern in der Regel nicht akzeptiert.

Als Faustregel gilt: Wählen Sie die Effektgröße lieber konservativ. Überschätzen Sie den erwarteten Effekt, planen Sie mit zu wenigen Fällen, und der Test ist zu schwach, um einen realen Effekt zuverlässig nachzuweisen. Das Ergebnis wäre eine underpowered study, die weder publizierbar noch ethisch vertretbar ist.

Typische Fehler bei der Fallzahlplanung
  • Effektgröße ohne Quellenangabe aus der Literatur geschätzt oder zu optimistisch angesetzt.
  • Post-hoc-Power als Ersatz für die a-priori Planung eingereicht.
  • Kein Dropout-Zuschlag, obwohl klinische Rekrutierung oder hoher Ausfall erwartet wird.
  • Software und Version der Berechnung nicht dokumentiert (G*Power: Analyse → About → Versionsnummer).
  • Einseitiger Test gewählt, ohne methodisch zu begründen, warum der Effekt nur in eine Richtung erwartet wird.

Was der Ethikantrag braucht

Ethikvoten für klinische und empirische Studien setzen eine vollständige und nachvollziehbare Fallzahlplanung voraus. Folgende Angaben müssen in aller Regel enthalten sein:

Der Textbaustein des Rechners enthält alle diese Angaben – Sie müssen lediglich den Quellennachweis für die Effektgröße und die Softwareangabe ergänzen.

Kostenfreie Erstberatung

Fallzahlplanung abgeben statt selbst rechnen.

ZPS erstellt die vollständige a-priori Fallzahlplanung mit Quellennachweis für die Effektgröße, Berechnung in G*Power und zitierfähiger Dokumentation für Ethikvotum und Methodenteil. Auf Wunsch als Einzelleistung buchbar.

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Häufige Fragen.

Was ist eine a-priori Fallzahlplanung?
Eine a-priori Fallzahlplanung bestimmt vor der Datenerhebung, wie viele Probanden oder Patienten benötigt werden, damit Ihr statistischer Test eine vorgegebene Power (Teststärke) erreicht. Sie ist Voraussetzung für die meisten Ethikvoten und wird von Gutachtern systematisch geprüft. Die Alternative – die post-hoc-Poweranalyse nach der Erhebung – ersetzt sie nicht, sondern ergänzt sie allenfalls.
Wie genau sind die Ergebnisse im Vergleich zu G*Power?
Für t-Tests und Korrelationen sind die Ergebnisse sehr präzise (Abweichung typischerweise unter 2 Fälle). Für Chi-Quadrat ist die Übereinstimmung gut. Bei der ANOVA mit mehr als 3 Gruppen können die Werte um bis zu 20 % abweichen, da die Normalapproximation die Freiheitsgrade der F-Verteilung nicht vollständig abbildet. Für die Publikation empfiehlt sich die Verifikation in G*Power unter Angabe der Softwareversion.
Welche Effektgröße soll ich annehmen?
Leiten Sie die Effektgröße systematisch aus der Fachliteratur oder eigenen Pilotstudien ab. Metaanalysen sind die belastbarste Quelle. Wählen Sie konservativ: Wird der Effekt überschätzt, ist die Stichprobe zu klein, der Test unterpowered, und das Ergebnis methodisch angreifbar. Die generischen Konventionen (klein/mittel/groß) nach Cohen (1988) sollten nur als Orientierung dienen, wenn wirklich keine bessere Quelle vorliegt.
Was bedeutet der Dropout-Zuschlag und wie hoch soll er sein?
Probanden scheiden durch Verzicht, fehlende Daten oder Ausschlusskriterien aus. Der Zuschlag stellt sicher, dass trotz Ausfall die nötige Power erhalten bleibt: n_Ziel = n_netto / (1 − Dropout-Rate). 10 % sind für Online-Studien und retrospektive Designs üblich; klinische Studien mit aktiver Rekrutierung planen mit 15–30 %.
Kann ich den Textbaustein direkt für den Ethikantrag verwenden?
Ja, als Grundlage. Ergänzen Sie: (1) den vollständigen Literaturnachweis für die angenommene Effektgröße und (2) die eingesetzte Software mit Version (z. B. „G*Power 3.1.9.7, Faul et al., 2009"). Prüfen Sie anschließend, ob Ihre Ethikkommission zusätzliche formale Anforderungen stellt (Power-Kurve, Sensitivitätsanalyse etc.).